Infos zum Projekt

Zum Projekt

Das Landschaftsschutzgebiet Hönower Weiherkette mit seiner Gesamtfläche von 56 Hektar ist in Hellersdorf in direkter Nähe zu einer Großsiedlung gelegen. Es ist ein beliebter Naherholungsraum, der Nutzungsdruck durch die Anwohnenden ist hoch und damit verbunden ist der Pflegezustand vielerorts schlecht. Mit ihren 12 sehr diversen Kleingewässern auf einem Gelände von Offenland- und Halboffenlandbiotopen bietet die Weiherkette gleichzeitig auch Lebensraum für viele geschützte Tier‐ und Pflanzenarten. Diesen Konflikt zwischen Naturschutz und Erholung gilt es zu lösen.

Auf der Basis eines Pflege‐ und Entwicklungsplans (2016) und eines Beteiligungsverfahrens (2017) wurde ein Beweidungskonzept unter Berücksichtigung von Erholungsaspekten erarbeitet. Dieses Konzept wird nun partizipativ weiterentwickelt und bis Ende 2022 umgesetzt. Diese Maßnahmen sollen zum einen helfen, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes und das Landschaftsbild zu schützen. Gleichermaßen sollen die Möglichkeiten zur Bildung und Naherholung verbessert werden. Dazu zählen beispielsweise eine Pflege durch Beweidung, Infotafeln und Lehrpfade und eine gezielte Wegeführung.

Der aktuelle Stand der Maßnahmenplanung ist auf dieser Karte dargestellt:

Der Projektablauf

Die Realisierung der geplanten Maßnahmen wird von Informationsveranstaltungen und Workshops begleitet. Ziel ist es, Sie, Anwohnenr:innen und Besucher:innen der Hönower Weiherkette, über die Planung und Umsetzung der Maßnahmen auf dem Laufenden zu halten und Ihnen die Möglichkeit zu geben, eigene Ideen und Hinweise einzubringen.

Die nachfolgende Grafik zeigt den Fahrplan für das Beteiligungsverfahren:

Bestandsaufnahme: das Projektgebiet LSG Hönower Weiherkette

Die Entstehung der Hönower Weiherkette geht auf die letzte Eiszeit zurück, das Schmelzwasser bildete die Rinne, in der sich nun die zwölf Weiher aneinanderreihen.  Ihr Wasserhaushalt ist mehr oder weniger stark miteinander verbunden. 2005 wurde das ca. 56 ha große Areal südlich der Landsberger Chaussee bzw. Berliner Straße zwischen Stendaler/Tangermünder Straße im Osten und Mahlsdorfer Straße im Westen zum Landschaftsschutzgebiet erklärt.

Die Weiher bilden das Herzstück des Landschaftsschutzgebiets Hönower Weiherkette. Sie bieten unterschiedliche Lebensräume. Dort kommen z. B. die streng geschützte Rotbauchunke, der ebenfalls streng geschützte Kammmolch und der gefährdete Sumpfrohrsänger vor. Der Zustand der zum Teil in den letzten Jahren trocken gefallenen Gewässer soll durch einen Anschluss an die Dachentwässerung umliegender Gebäude verbessert werden.

Die Kleingewässer werden begleitet von Offenlandbiotopen. Eine große Offenlandfläche ist im östlichen Teil gelegen, eine weitere, kleinere befindet sich westlich der Louis-Lewin-Straße. Diese Flächen sind Lebensraum von zahlreichen Boden- und Buschbrütern, wie dem geschützten Neuntöter, der geschützten Dorngrasmücke und der streng geschützten Grauammer. Die Biotope sind bedroht durch den Aufwuchs von Gehölzen, hier breitet sich vor allem die Goldrute aus. Mit der richtigen Pflege kann etwas gegen den Aufwuchs getan und das Offenland erhalten bleiben. Gut geeignet ist eine Pflege durch Beweidung.

Ein großer Teil des Landschaftsschutzgebietes ist von Bäumen bestanden. Ein Teil des Waldes ist Relikt der monotonen Aufforstung mit Pappeln, anderorts kommen auch wertvollere Bestände heimischer Arten vor. Im Gebiet der Hönower Weiherkette hat die geschützte Fledermausart Großer Abendsegler ihr Jagdrevier und hier leben der geschützte Buntspecht und streng geschützte Grünspecht.