Beweidung mit Schafen und Rindern

Die Offenlandflächen im östlichen Bereich des LSG Hönower Weiherkette sollen langfristig durch Tiere gepflegt werden. Den Anfang machen derzeit 70 Skudden, eine ostpreußische Hausschafrasse die auf der Roten Liste der bedrohten Nutztierrasen steht. Die Schafe sind zusammen mit ihren Hütehunden seit Anfang Mai im LSG Hönower Weiherkette und ziehen anschließend mit ihrem Schäfer weiter. Langfristig sollen vier bis fünf Schottische Hochlandrinder die 7,6 ha der insgesamt 56 ha des Landschaftsschutzgebietes ganzjährig pflegen.

Aufgrund des regelmäßigen Vandalismus an den Weidezäunen konnte die Beweidung mit Rindern gemäß Beweidungskonzept bisher noch  nicht gestartet werden. Daher sprang kurzerhand Schäfer Kucznik mit seinen Skudden ein. Nun hofft das Projektteam, dass durch die positiven Erfahrungen mit der Beweidung durch Schafe und die Klärung von offenen Fragen und Missverständnissen auch der Vandalismus endet und schließlich schottische Hochlandrinder auf den Weideflächen des LSG Hönower Weiherkette einziehen können.

Die Beweidung bringt zahlreiche Vorteile gegenüber der maschinellen Mahd mit sich. Die Tiere tragen zum Erhalt und zur Entwicklung wertvoller Biotope bei, denn Schafe und Rinder können viel schonender als Mensch und Maschine den Aufwuchs kurzhalten. Das dient auch dem Artenschutz: Das Insektenvorkommen ist auf beweideten Flächen deutlich höher als auf maschinell gepflegten Flächen.  Störungsempfindliche Vogelarten finden auf den Weideflächen Rückzugsräume für Brut und Nahrungssuche, so dass seltene Arten wie Steinschmätzer, Neuntöter und andere Arten der Offen-und Halboffenlandschaft in die Hönower Weiherkette zurückkehren können. Die Weidezäune stellen nur für größere Tiere wie Wildschweine eine Barriere dar. Kleinere Tiere wie z. B. Feldhasen können die Zäune durch die großen unteren Maschen passieren und sich geschützt auf den Weidenflächen aufhalten.

Eine klassische Weide entsteht durch die geringe Besatzstärke und den Wechsel der Tiere zwischen den drei Weideflächen jedoch nicht. Mit der geringen Anzahl an Weidetieren wie im LSG Hönower Weiherkette bleibt sogar zu vermuten, dass die Tiere noch Unterstützung beim Abfressen brauchen werden. Gemäß der Vorschriften der Veterinär- und Lebensmittelaufsicht des Ordnungsamtes werden auf der Fläche eine Weidehütte sowie eine Fangeinrichtung zur Untersuchung der Tiere installiert. Der/die Beweider:in kontrolliert täglich die Tiere und Weideflächen.

Die Weiden können auch außerhalb der Weidezeit nicht betreten werden. Das liegt u. a. daran, dass eventuell auf der Fläche zurückgelassener Hundekot und darin enthaltene Parasiten die Weidetiere krank machen könnten. Rund um die Weideflächen wird es   aber weiterhin noch viel Platz und zahlreiche Rundwege zum Spazieren geben.

Weitere Infos zur Beweidung sind auch im Bericht zur Informationsveranstaltung vom 5. Mai 2022 zu finden – bei Beteiligung ganz unten.

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