Freiluftausstellung: Maßnahmenentwürfe für das LSG Hönower Weiherkette

Im Rahmen einer Freiluftausstellung war das Planungsteam von gruppe F am Mittwoch, den 7. Juli 2021 von 15:00 bis 20:00 Uhr im LSG Hönower Weiherkette vor Ort, um den aktuellen Planungsstand der Maßnahmenentwürfe und die Zeitplanung zur Umsetzung vorzustellen. Am Eingang Gohliser Straße waren Pläne und Visualisierungen ausgestellt. Anwohnende und Interessierte waren eingeladen, mit den Planer:innen und Herrn Kitzmann vom Straßen- und Grünflächenamt Marzahn-Hellersdorf ins Gespräch zu kommen und letzte Anregungen mitzugeben. Etwa 50 Besucher:innen nutzten diese Gelegenheit.

Wege durch das LSG Hönower Weiherkette

Die Wege sollen auch zukünftig einen naturnahen Charakter behalten und mit Rasenschotter befestigt werden. Für die Zugänglichkeit mit Pflegefahrzeugen sollen die Wege mit seitlichen Rasenschotterstreifen auf 3,00 m verbreitert werden. Neben den Hauptwegen wird zu jeder Seite im Bereich von bis zu 25 Metern die Verkehrssicherheit hergestellt. In Bereichen, an denen der Weg nicht verlassen werden soll, werden punktuell Benjeshecken oder Geländer zum Schutz sensibler Biotope, Gehölze, Wälder und Wiesenflächen aufgestellt.

Besucher:innen wünschten sich Hinweisschilder an den Geländern, die Auskunft darüber geben, warum eine bestimmte Fläche geschützt wird. Außerdem wurde sich für Pfähle anstelle von Zäunen ausgesprochen, da diese weniger wie Barrieren wirken. Es wurde angemerkt, dass es auch barrierefreie Wege geben soll, z. B. mit einer wassergebundenen Wegedecke. An den Eingängen zum Gebiet soll es Fahrradstellplätze geben.

Viele Besucher:innen merkten an, dass eine starke Vermüllung entlang der Wege und an den neu geschaffenen Aufenthaltsorten zu erwarten ist. Bereits jetzt ist die Müllsituation für viele Anwohnende belastend, sie befürchten mit dem Anstieg der Besucher:innenzahlen eine Zunahme der Probleme mit Müll, Vandalismus und Lärmbelästigung. Es wurde konkret vorgeschlagen, mehr und krähensichere Mülleimer und ergänzend Hundekotbeutelspender aufzustellen, den Reinigungsturnus zu erhöhen und Parkläufer:innen einzusetzen, die eine soziale Kontrollinstanz vor Ort darstellen. Bei den Liege- und Sitzelementen wurde der Wunsch geäußert, anstelle von Holz auf stabilere Metallelemente zurückzugreifen.

Leitsystem

Ein Leitsystem wird die Orientierung im Landschaftsschutzgebiet verbessern. An den Hauptzugängen gibt ein Plan einen Überblick über die Wege und besondere Spiel- und Lernorte, an untergeordneten Eingängen und Wegekreuzungen wird es Hinweisschilder geben, mal als Tafel auf Holz, mal auf Findlingen, die an die eiszeitliche Entstehung erinnern. An den Lernorten gibt es auf Tafeln interessante Infos zu verschiedenen Themen, vielleicht können über QR-Codes interaktive Elemente eingebaut werden. Karla die Kuh begleitet als Maskottchen durch das LSG Hönower Weiherkette. Das Leitsystem wird möglichst vandalismussicher gestaltet.

Im Rahmen der Ausstellung wurde der Hinweis gegeben, das Leitsystem möglichst inklusiv zu gestalten, z. B. mit Brailleschrift. An den Eingängen soll auf die geltenden Regeln hingewiesen werden. Für Ausflügler:innen soll der Parkplatz am Eingang in Nähe zum U-Bahnhof Hönow auf dem Übersichtsplan markiert werden. Die Besucher:innen befürworteten die Schautafeln zwar, verwiesen andererseits aber bereits auf die Gefahr von Vandalismus.

Pflege durch Beweidung

In Zukunft sollen Teilflächen des Gebiets durch vier bis fünf Schottische Hochlandrinder gepflegt werden, anstatt durch Mensch und Maschine. Die Tiere können den Aufwuchs besser kurz halten und so ein wertvolles Biotop erhalten und noch weiter qualifizieren. Durch die Beweidung können dann vielleicht sogar seltene Tierarten wie der Neuntöter zurück ins LSG gelockt werden. Die Kosten für die Beweidung entsprechen in etwa dem Budget, das der Bezirk sonst für die Pflege mit Maschinen benötigt. Um die Tiere kümmert sich ein:e Beweider:in. Die Weideflächen sind durch Zäune abgegrenzt. Es wäre auch eine Beweidung durch andere Tiere denkbar, z. B. durch Schafe. Weidetiere sind allerdings wilde Tiere und kein Streichelzoo, daher werden die Rinder mit ihren großen Hörnern bevorzugt. Sie sollen respekteinflößend von dem Klettern über den Zaun abhalten. Zum Beweidungskonzept wurden von vielen Teilnehmenden Befürchtungen geäußert, dass Zäune zerstört werden und Vandalismus betrieben werden könnte. Daher soll klar gekennzeichnet werden, dass die Zäune unter Strom stehen. Auch Informationen zu Zweck und Vorteilen einer solchen Pflege durch Beweidung sollten angebracht werden. Zudem könnte ein Parkmanagement helfen, über die Beweidung zu informieren und mit Vor-Ort-Präsenz Vandalismus zu verhindern.

Natur- und Artenschutz

Es sind Maßnahmen zum Naturschutz und zur Aufwertung der Lebensräume für geschützte Tierarten, z. B. Amphibien und Vögel, an den Gewässern, im Offenland und im Wald geplant. An den Weihern sollen Bäume und höhere Stauden an den Ufern ausgelichtet und das Schilf gemäht werden, um zum einen die Wasserführung zu verbessern und zum anderen damit die Weiher auch von den Wegen aus wieder besser gesehen werden können. In bewaldeten Bereichen können durch Entwicklung eines artenreichen Waldrandes und den Erhalt von alten Bäumen Lebensräume für Fledermaus und Specht entstehen. Die Beweidung in den Offenlandbereichen kommt verschiedenen Vogelarten zugute, beispielsweise dem Neuntöter oder dem Steinschmätzer.

Eine Anwohnerin machte den Vorschlag, Wassertränken für Vögel, Insekten und andere Tiere aufzustellen. Für Vögel könnte es zudem Futterstellen für die kalte Jahreszeit geben. Nach Möglichkeit sollen Unterstände zur Vogelbeobachtung eingeplant werden. Das Holz, das für die Verkehrssicherung der Wege weichen muss, soll als Totholz, geschichtet in Benjeshecken, den Insekten, Vögeln, Amphibien und Fledermäusen zu Verfügung stehen. Vielen Anwohnenden war es ein wichtiges Thema, über Möglichkeiten der Wiedervernässung der Weiher zu sprechen, die größtenteils trockengefallen sind. Die Versickerung von Regenwasser aus den umliegenden Wohngebieten durch Abkopplung von der Kanalisation wurde von vielen Besucher:innen der Ausstellung angesprochen. Im Falle von Neupflanzung sollen standortangepasste Bäume gewählt werden.

Spiel- und Lernorte

Das Konzept sieht einen Naturlehrpfad mit Lern- und Spielorten vor. Da im Landschaftsschutzgebiet keine Spielplätze erlaubt sind, kommen anstelle von klassischen Spielgeräten Elemente aus Naturmaterialien zum Einsatz, die zum Beklettern, Balancieren und Spielen einladen. Spielen und Lernen soll Hand in Hand gehen. Anstelle von reinen Informationen sollen die Lernorte einen interaktiven Charakter haben. Themen für die Lernorte sind:

  • das Schottische Hochlandrind und die Beweidung als Pflegeinstrument,
  • die eiszeitliche Landschaftsentwicklung und Entstehung der Pfuhle,
  • die Amphibien und der Wasserhaushalt,
  • das Naturdenkmal Steinweichsel,
  • das Offenland und die Vögel und
  • die Waldentwicklung und die Waldbewohner:innen.

Auch bei den Spiel- und Lernorten kam das Thema Inklusion zur Sprache: es soll auch inklusive Spielorte geben. Für den Lernort zur Beweidung wurden Spielangebote mit Heu vorgeschlagen, jedoch wurden bereits Nachteile darin erkannt, dass das Heu weggetragen und im Gebiet verstreut werden könnte. Beim Lernort zu Wald und Tieren äußerten Besucher:innen bezüglich des hölzernen Megafons Bedenken, es könnte zu Lärmbelästigung führen. Am Spielort Gohliser Straße wurde der Wunsch nach Bänken anstelle von Sitzpodesten geäußert. Kritisch äußerten sich einzelne Anwohnende in Bezug auf die Aufenthaltsmöglichkeiten an der Gohliser Straße. Diese Sorge vor Lärmbelästigung, Müll und wildem Grillen sorgte für Unmut. Andere Besucher:innen freuten sich über das neue Angebot zum Spielen und Treffen. Um Konflikte zu vermeiden, könnten auch hier Parkläufer:innen eine Lösung sein.

So geht’s jetzt weiter

Die Hinweise und Wünsche der Anwohnenden und Interessierten werden nun von den Planer:innen ausgewertet und geprüft, auf dieser Basis werden letzte Änderungen am Vorentwurf gemacht. In einem nächsten Schritt müssen über den Sommer Genehmigungen eingeholt und die detaillierte Ausführungsplanung vorgenommen werden. Dann startet die Vorbereitung und Koordination des Vergabeverfahrens.

Bereits im Herbst soll der Bau beginnen! Der Bau gliedert sich in mehrere Maßnahmen und wird sich voraussichtlich über einen Zeitraum von einem Jahr erstrecken. Das LSG Hönower Weiherkette wird also nie komplett zur Baustelle. Sie können das Gebiet mit kleinen Einschränkungen auch über die Bauzeit hinweg zur Naherholung nutzen. Wir starten mit der Verkehrssicherung der kompletten Wege- und Aufenthaltsflächen, ersten Maßnahmen an den Gewässern sowie weiteren Arten- und Naturschutzmaßnahmen. Als nächstes sind die Wege einschließlich der Sanierung des Stegs nördlich des Fischteichs und der erste Lernort an der Gohliser Straße dran. Die weiteren Maßnahmen folgen. Zum Maßnahmenbeginn werden wir Sie noch einmal zu einer Infoveranstaltung einladen.

Ende 2022 wird der Bau dann voraussichtlich abgeschlossen sein. Zum Abschluss laden wir Sie unter dem Titel „Naturerlebnis Hönower Weiherkette“ zu einer geführten Wanderung durch das Landschaftsschutzgebiet und einem gemeinsamen Picknick ein. Über Termine halten wir Sie hier auf dem Laufenden.

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